Naturvielfalt

Naturvielfalt

 

Hohenweiler hat sich im Jahr 2012 dem Programm „Naturvielfalt in der Gemeinde“ des Landes Vorarlberg angeschlossen.

In dem Landesprogramm, das Gemeinden auf ihrem Weg, die Arten- und Lebensraumvielfalt nachhaltig zu bewahren, unterstützt und begleitet, nehmen ca. 30 Gemeinden teil.

Siehe auch: nähere Infos

Diese Gemeinden:

  • setzen sich für die Verwirklichung der Programmziele ein
  • haben ein Naturvielfalt-Team und binden aktive Bürger/innen ein
  • kennen die Naturwerte und wichtigsten ökologischen Lebensräume in ihrer Gemeinde und sind  sich deren Wert
  • erstellen einen naturschutzorientierten Ziel- und Maßnahmenkatalog und bestenfalls
ein langfristiges kommunales Naturschutzprogramm
  • und setzen diesen/dieses sukzessive um
  • betreiben aktive Öffentlichkeitsarbeit
  • tauschen sich mit anderen Naturvielfalt-Gemeinden aus

Hohenweiler als typische Molassegemeinde am Fuß des Westabhanges des Pfänderstocks überrascht trotz einer intensiv betriebenen Landwirtschaft noch mit vielen wertvollen Lebensräumen. Die wichtigsten davon sind im Biotopinventar von Hohenweiler (Link zum Biotopinventar) kurz beschrieben.

In Hohenweiler wurde im Zuge der Biotopkartierungen eine in Vorarlberg vom Aussterben bedrohte Pflanzenart, der Silber-Rohrkolben gefunden. Er gedeiht am Weiher von Koo, insgesamt sind bisher über 40 unterschiedlich stark gefährdete Pflanzenarten in unserer Gemeinde bekannt!

(Foto des Silbrigen Rohrkolbens folgt)

Besondere Bedeutung haben die wertvollen Lebensräumen um die Leiblach und die sie säumenden Auwälder, die Hang- und Schluchtwälder vom Rohrach, das Gebiet Klamm und das entlang des Gwiggerbachs, die noch erhaltenen Reste von Streuewiesen und Flachmooren, sowie der Weiher in Koo.

Ergebnisse der Aktivitäten des Naturvielfaltteams:

In mehreren Arbeitstreffen und kleinen Wanderungen zur Erkundung des vorhandenen Naturschatzes arbeitete das Naturvielfalt-Team die prioritären Anliegen in Hinsicht auf Naturwerte heraus. Auf einem Luftbild der gesamten Gemeinde wurden die vom Team persönlich als besonders wichtig empfundenen Gebiete markiert.

(Foto des Luftbildes folgt)

Von allem Anfang an stand der Weiher von Koo im Mittelpunkt des Interesses. Seine Sanierung wurde schon seit Jahren angestrebt. Endlich konnte im Oktober 2015 die Gemeinde einen Pachtvertrag mit dem Besitzer unterzeichnen und die Sanierungsmaßnahmen sind im Gang.

(Fotos vom Weiher und den Arbeiten daran folgt)

In Zusammenhang mit dem Weiher soll auch weiterhin den Kröten, die ihn zum Laichen aufsuchen, die nötige Hilfe beim Überqueren der Straße geboten werden. Dafür werden noch Freiwillige benötigt!

(Fotos vom Krötenübersetzen bzw. ein Foto von Kröten beim Wandern folgen)

Ein weiteres und besonders wichtiges Anliegen ist es, wieder Wiesenflächen zu schaffen, die reich an Blüten und Arten sind. Ein Anliegen, nicht nur im Sinne der Ästhetik und des Schutzes seltener und gefährdeter Pflanzenarten. Es geht hier ebenso um die Lebensgrundlage von Bienen und anderen Insekten, auf die wir auf vielen Ebenen angewiesen sind. Also um das ökologische Gleichgewicht als ganzes.

(Diverse Pflanzenfotos folgen)

Nach einem leider gescheiterten Projekt in Reisach wird jetzt nach neuen Perspektiven Ausschau gehalten.

Der Wunsch der Gemeinde, den Dorfbach zu öffnen und zu renaturieren und damit obendrein für die Kinder einen tollen Spielplatz zu schaffen, lässt sich laut Auskunft der Wasserwirtschaft leider nicht realisieren. Der Bach liegt zu tief unten und würde deshalb eine größere Bachbettbreite erfordern, als Platz vorhanden ist.

Hohenweiler ist jetzt an die Allgäu-Wasserwege angeschlossen. Die Route „Brückenschlag“ – Leiblachtal – Wandern am Grenzfluss mit einer Strecke von 11,5 km wurde am 11. Juli 2015 eröffnet. Sie bietet den Weg entlang Einkehrmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten und durchquert auch das FFH-Gebiet Leiblach und Lindauer Ach.

Infolge von Rutschungen ist das Naturwaldreservat Rohrach mit seiner reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt nur mehr sehr erschwert begehbar. Es steht zur Diskussion, ob in Zukunft wieder ein kleiner Weg in dieses wertvolle Waldgebiet angelegt und erhalten werden soll.

(Fotos Rohrach und von Frauenschuh)

Die Leiblach mit ihren Auwaldbeständen, Ufergalerien und ihrem äußerst abwechslungsreichen Bachbett wurde aufgrund ihrer Besonderheiten zum Natura 2000m Gebiet erklärt. Die alten Badeplätze werden weiterhin gelegentlich genutzt. Welche weitere Potentiale birgt die Leiblach?

(Fotos Leiblach folgen)

Flachmoore mit ihrer besonderen Artenausstattung sind selten geworden in Hohenweiler. Umso wichtiger es, sie weiterhin als Streue zu bewirtschaften, keinen Dünger zuzuführen, die Bestände erst nach der Fruchtreife der wertvollen Moorpflanzen zu mähen und das Mahdgut zu entfernen.

(Fotos Lungenenzian, Sumpfstendelwurz, Wollgras, Geflecktes Knabenkraut, Trollblume, Bachnelkenwurz, Bach-Kratzdistel, Sibirische Schwertlilie, Sumpf-Hornklee, Weidenblättriger Alant folgen)

Besonderheiten finden sich auch in den großteils noch naturnahen Wäldern des Pfänderabhanges. Die seltene Pimpernuss kommt hier sogar häufig vor. Daneben trifft man an seltenen Arten noch den Voralpen-Spindelstrauch oder die Eibe. Diese Waldbestände sollten auch in Zukunft plentermäßig genutzt werden, um die Qualität der Lebensräume zu erhalten.

(Foto Pimpernuss und/oder, Tierarten folgen)

Die Gemeinde Hohenweiler diskutiert derzeit eine Veränderung in der Straßenbeleuchtung. Gedacht ist, auf LED-Leuchtkörper und in gewissen Bereichen auf händische Einschaltung umzustellen, um Lichtsmog und Elektrosmog zu reduzieren und von Licht angezogene Insekten zu schonen.

(Nachtfoto von Hohenweiler folgt)